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Kerstin Boll

quiVendo Berater-Marketing

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Der Navigator

Aktualisiert: 21. Jan.

Filter statt Flut: Warum deine Kunden nicht mehr Wissen benötigen, sondern jemanden, der es gewichtet



TL;DR


  • Wissen ist keine knappe Ressource mehr: Kunden leiden heute nicht an Informationsmangel, sondern an fehlender Einordnung.


  • Thought Leadership bietet Orientierung: Berater:innen schaffen Wert, indem sie Informationen gewichten und Prioritäten im Rauschen sichtbar machen.


  • Der „Navigator“ ordnet ein, statt zu belehren: Urteilskraft ersetzt reine Wissensvermittlung als zentrales Differenzierungsmerkmal im Markt.


  • Reduktion schafft Vertrauen: Wer das Wesentliche klar benennt, ermöglicht souveräne Entscheidungen und senkt das wahrgenommene Risiko für den Kunden.


Aktuell erleben wir eine paradoxe Situation: Unsere Kunden haben Zugriff auf so viel Wissen wie nie zuvor. Ein Klick bei Google, eine Frage an die KI – die Antworten sind nur Sekunden entfernt. Und doch haben viele Entscheider weniger Orientierung als je zuvor.


Reines Wissen ist zur Massenware geworden. Hinzu kommen all die „Shiny Objects“: neue Tools, vermeintliche Gamechanger und Lösungsversprechen, die dein Business angeblich „auf das nächste Level“ heben. Doch niemand sagt unseren Kunden, was davon für ihr spezifisches Geschäft wirklich wichtig ist.


Für uns Berater:innen liegt hier ein Risiko: Wenn wir – wie früher üblich – einfach nur Wissen weitergeben, werden wir Teil des Problems. In bewegten Zeiten suchen Kunden keine wandelnde Enzyklopädie. Sie suchen einen Navigator, der durch eine klare Thought-Leadership-Strategie Orientierung bietet.



Einordnung statt Aktivismus


Ich sehe Thought Leadership weniger als Status, sondern vielmehr als Aufgabe und Selbstverständnis. Ein Thought Leader muss nicht alles wissen; er hilft seinen Kunden vielmehr dabei, souveräne Entscheidungen zu treffen. Kommunikation wird so zum Werkzeug gegen die Unsicherheit des Kunden.


Nehmen wir das Beispiel Konfliktmanagement: Ein Experte erklärt vielleicht theoretisch die Eskalationsstufen nach Glasl. Ein Navigator hingegen ordnet ein, wie sich aktuelle Umbrüche auf die Handlungsfähigkeit seiner Kunden auswirken. Er beschreibt anhand von Beispielen aus seiner Praxis, wie ungelöste Konflikte die psychologische Sicherheit und schließlich die Innovationskraft ganzer Abteilungen gefährden.


Es geht nicht darum, sich durch überragendes Wissen zu inszenieren. Als Navigator hilfst du deinen Kunden, Ereignisse und Beobachtungen richtig zu bewerten. Das Ziel: Dein Kunde kann die richtigen Prioritäten setzen und wird wieder handlungsfähig.


Thought Leadership zeigt sich zudem im Mut, populäre Meinungen geradezurücken. Nehmen wir das Thema Führung: Oft wird behauptet, Führungskräfte müssten heute vorrangig „nahbarer“ werden. Ein Thought Leader hält hier möglicherweise dagegen: In Krisenzeiten suchen Mitarbeitende weniger eine emotionale Selbstoffenbarung als eine verlässliche Richtung.

Deine Souveränität zeigt sich darin, Informationen so zu gewichten und einzuordnen, dass dein Kunde aus einer neuen Perspektive heraus wieder sicher entscheiden kann.



Warum „Navigieren“ dein wichtigster Sales-Hebel ist


Vielleicht fragst du dich, woher diese These kommt. Die Antwort liegt in der massiven Unsicherheit der Märkte. Wir wissen heute: Deine Kunden verbringen etwa 83 % ihrer Zeit mit Eigenrecherche. Sie suchen in dieser Phase nicht nach Informationen – die haben sie im Überfluss. Sie suchen nach Anhaltspunkten für die richtige Entscheidung, um ein sicheres Urteil fällen zu können.


In dieser „unsichtbaren“ Phase der Kaufentscheidung ist Thought Leadership dein Werkzeug, um das Risiko für deine Kunden zu senken:


  • Sicherheit für die „Hidden Buyers“: In komplexen Projekten scheitern 40 % der Deals an interner Uneinigkeit. Deine Einordnungen fungieren als Entscheidungshilfe für Stakeholder, die du selbst nie im Meeting triffst (Edelman-LinkedIn B2B Thought Leadership Impact Report).


  • Schutz für deine Honorare: Während reines Wissen entwertet wird, steigt der Preis für Sicherheit. Risikominimierung ist heute ein entscheidendes Kaufmotiv (Gartner ).


  • Eine souveräne Wahl: Über 70 % der Entscheider sagen, dass eine klare fachliche Kante eine glaubwürdigere Basis für ihre Bewertung ist. Du lieferst hier bereits eine Arbeitsprobe deiner Urteilskraft ab (Edelmann / LinkedIN).




Überzeugende Expertise zeigt sich heute weniger in der Fülle an Informationen als in der Kunst des Weglassens.“


Die Navigator-Logik: Die Kunst des Weglassens


In einer Welt des Überflusses ist derjenige am wertvollsten, der das Wichtige heraushebt. Als Berater:innen überzeugen wir heute weniger durch die Fülle an Informationen als durch unsere Urteilskraft.


Ob es um ESG-Reporting oder komplexe Transformationen geht: Deine Aufgabe ist die Entzauberung.


Lenke den Fokus auf das Wesentliche. Wenn du aufzeigst, dass psychologische Sicherheit kein „Wohlfühlfaktor“, sondern eine messbare Größe für den Unternehmenserfolg ist, machst du aus vagen Behauptungen eine belastbare Strategie. Genau das bietet Kunden die Orientierung, die sie in unsicheren Zeiten suchen.



Drei Schritte, um Wissen zu gewichten


Wie wird man zum Navigator? Es ist ein Prozess in drei Stufen:


  • Filtern: Was ist für die Branche deiner Kunden nur Rauschen? Sortiere den digitalen Ballast aus, der vom Wesentlichen ablenkt.


  • Gewichten: Wo liegt das reale Geschäftsrisiko? Was hat echte Konsequenzen? Hilf deinen Kunden zu verstehen, was sie priorisieren müssen.


  • Führen: Was ist die nächste sinnvolle Entscheidung? Gib deinem Kunden den einen nächsten Schritt vor, statt ihn mit Optionen zu lähmen.



Vertrauen durch Reduktion


Überzeugende Expertise zeigt sich nicht darin, wie viel du sagen kannst. Sie zeigt sich darin, wie viel du weglassen kannst. Deine Kunden werden es dir danken, wenn du ihnen die Last der Informationsflut abnimmst.


Stell dir zum Abschluss eine Frage: Bist du für deinen Kunden nur die nächste Informationsquelle im Feed? Oder bist du der Navigator, der ihm hilft, das Unwichtige hinter sich zu lassen?


Ein guter Navigator benötigt dabei eines ganz besonders: Rückgrat. Warum diese „Kante“ deine Autorität erst richtig festigt und wie du damit dein Expertenprofil schärfst, schauen wir uns im nächsten Artikel an.




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FAQ – Häufige Fragen zum Navigator-Prinzip


Warum reicht reines Fachwissen für Berater:innen heute nicht mehr aus?

Weil Wissen durch KI und Google zur jederzeit verfügbaren Massenware geworden ist. Kunden leiden nicht an Informationsmangel, sondern an Orientierungslosigkeit. Sie suchen keine Rohdaten, sondern Hilfe bei der Bewertung und Priorisierung.


Was bedeutet die Rolle des „Navigators“ im Consulting konkret?

Ein Navigator macht die Welt für den Kunden wieder begehbar. Er filtert das Rauschen der „Shiny Objects“ heraus, gewichtet Risiken und macht so die entscheidenden Hebel für die nächste sinnvolle Entscheidung sichtbar.


Wie unterscheidet sich Thought Leadership von klassischem Expertenwissen?

Expertenwissen strebt oft nach Vollständigkeit und Theorie. Thought Leadership zeigt sich dagegen in Urteilskraft und Mut zur Lücke. Es geht weniger darum, alles zu wissen, als vielmehr darum, das Relevante für den Kunden einzuordnen.


Warum ist Reduktion ein so starkes Vertrauenssignal?

In einer überkomplexen Welt ist das Weglassen eine Form der Verantwortungsübernahme. Wer das Wesentliche klar benennt, entlastet den Kunden psychologisch und zeigt, dass er die Konsequenzen seiner Empfehlungen versteht.


Wie genau unterstützt Thought Leadership den Vertriebserfolg?

Es wirkt vor allem in der „unsichtbaren“ Phase der Eigenrecherche. Fundierte Einordnungen geben Sicherheit und dienen als Entscheidungshilfe für interne Stakeholder (Hidden Buyers), die du im direkten Akquise-Gespräch oft gar nicht erreichst.

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