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Kerstin Boll

quiVendo Berater-Marketing

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Die Hype-Falle

Aktualisiert: 21. Jan.

Wie du relevant bleibst, wenn die Trendwelle bricht



TL;DR


  • Trend-Hopping untergräbt langfristige Relevanz. Wer sein Profil an kurzfristige Hypes bindet, verliert mit dem Abflauen des Trends an Glaubwürdigkeit.


  • Aktualität braucht Einordnung. Kunden suchen nicht die neueste Welle, sondern Orientierung darüber, was davon Substanz hat.


  • Megatrends bieten Stabilität. Langfristige, strukturelle Entwicklungen sind eine verlässlichere Basis für Positionierung als kurzfristige Management-Moden.


  • Beständigkeit schlägt Geschwindigkeit. Fachliche Tiefe und konsequente Kernbotschaften bauen nachhaltige Autorität auf.



Es ist verlockend: Ein neues Thema taucht am Horizont auf, die Fachpresse überschlägt sich und plötzlich scheint es, als gäbe es kein anderes Problem mehr auf der Welt. Wer jetzt nicht aufspringt, so die Warnung, habe die Zukunft verschlafen. Viele Berater:innen richten in diesem Moment ihr gesamtes Geschäftsmodell neu aus, drucken Broschüren und ändern ihre LinkedIn-Headline.


Doch was passiert drei Jahre später? Wir haben es bei Wellen wie „Agilität“ oder „New Work“ gesehen. Vor kurzem noch die Heilsbringer der Wirtschaft, ist es heute deutlich stiller um sie geworden.


Wer sein Profil an einen solchen Begriff gekettet hat, stellt nun oft fest: Die eigene Relevanz verblasst mit dem Trend. Das Thema wirkt plötzlich gestrig, die Nachfrage sinkt und man muss die eigene Positionierung mühsam neu erklären, statt auf einem stabilen Fundament zu stehen.



Einordnung statt tagesaktuellem Hektizismus


Die Aufmerksamkeitsökonomie der digitalen Welt macht es verlockend, ständig auf das „nächste große Ding“ zu setzen. Ob neues Management-Framework oder technologische Innovation – diese Themen wecken unsere Neugier.


Doch Vorsicht: Meist sind sie nur Werkzeuge, um ein Ziel zu erreichen, aber kein Fundament für ein langlebiges Geschäftsmodell im Beratungsmarkt.


Wer „Trend-Hopping“ betreibt, verliert den Kontakt zu dem, was für ein stabiles Beratungs-Business wirklich zählt: die dauerhafte Relevanz für die Probleme deiner Kunden. Wenn du dich fragst, ob du auf eine neue Welle aufspringen sollst, prüfe sie anhand dieser drei Fragen:


  • Löst dieser Aspekt ein zeitloses Problem meiner Zielgruppe?

  • Verstehen mich meine Kunden dadurch besser oder stifte ich Verwirrung?

  • Zahlt das Thema auf mein Profil als stabiler Navigator ein?


Fällt auch nur eine Antwort negativ aus, solltest du vorsichtig sein. Management-Moden kommen und gehen, und Tools haben eine oft geringe Halbwertszeit. Echte Verbindung zu deinen Kunden wächst aus dem tiefen Verständnis für ihre Welt. Nicht daraus, dass du als Erster eine neue Vokabel im Feed benutzt.



„Relevanz entsteht durch Einordnung, nicht durch tagesaktuellen Hektizismus.“


Orientierung durch Weitblick: Die Rolle der Trendforschung


Wie also verbindest du Beständigkeit mit Aktualität? Dass wir Berater:innen unsere Expertise kontinuierlich weiterentwickeln müssen, steht außer Frage. Doch Navigator zu sein bedeutet nicht, der Erste zu sein, der über einen Trend postet. Es bedeutet, derjenige zu sein, der einordnet, was davon Substanz hat.


Wer Orientierung sucht, findet sie selten im tagesaktuellen Feed. Eine stabilere Quelle ist unter anderem die strukturierte Trendforschung. Ein Phänomen gilt dort erst dann als Megatrend, wenn es fünf strikte Kriterien erfüllt:


  • Langfristigkeit: Eine Wirkdauer von mindestens 20 bis 50 Jahren.


  • Globale Reichweite: Weltweite Relevanz (trotz lokaler Ausprägungen).


  • Multidimensionalität: Gleichzeitige Wirkung auf Wirtschaft, Politik, Technologie und Kultur.


  • Strukturelle Wirkung: Veränderung von Systemen, Institutionen und Wertvorstellungen.


  • Hohe Wandlungsenergie: Die Kraft, zahlreiche Untertrends und Gegentrends zu erzeugen.


Erst wenn alle Kriterien erfüllt sind, bildet ein Thema eine verlässliche Grundlage für strategische Entscheidungen. Als Navigator nutzt du diesen Weitblick, um das Wesentliche vom Flüchtigen zu unterscheiden. So gewinnst du die Sicherheit für jenen roten Faden, der dein Business trägt – völlig unabhängig davon, welches Schlagwort gerade durch das Dorf getrieben wird.



Die intellektuelle Konsequenz: Beständigkeit schlägt Geschwindigkeit


Erfolg als Thought Leader entsteht nicht über Nacht und schon gar nicht durch das Jagen von Schlagworten. Er wächst durch inhaltliche Substanz und Ausdauer. Die Strategie gegen die Hype-Falle erfordert Mut zur Lücke: Bleib bei deiner Kernbotschaft.


Inhalte, die erkennbar nur auf eine aktuelle Welle aufspringen, wirken opportunistisch und schwächen deine Glaubwürdigkeit. Fachliche Verlässlichkeit hingegen zahlt sich langfristig aus.


Stell dir die kritische Frage: Wird dein Thema in drei Jahren noch eine Antwort auf ein existenzielles Problem deiner Kunden sein – oder nur das Echo eines vergangenen Trends?


Meisterschaft zeigt sich darin, anzufangen und Schritt für Schritt voranzukommen, ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Wie du dieses Dranbleiben im Alltag organisierst und woran du merkst, dass dein Weg wirkt, schauen wir uns im nächsten Kapitel dieser Serie an.




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FAQ - Fragen zu Geschäftsmodellen, Trends und Hypes


Warum sind Hypes für Berater problematisch?

Weil sie eine kurze Halbwertszeit haben. Wer sein Profil zu stark an ein flüchtiges Schlagwort bindet, verliert seine Relevanz, sobald die Trendwelle abebbt. Man ist dann gezwungen, seine Positionierung ständig neu zu erklären.


Heißt das, ich soll aktuelle Themen ignorieren?

Nein. Entscheidend ist jedoch die Einordnung. Trends sollten als Werkzeuge verstanden werden, um Ziele zu erreichen – sie taugen jedoch nicht als Fundament für ein langlebiges Geschäftsmodell.


Was unterscheidet einen Trend von einem Megatrend?

Megatrends erfüllen strikte Kriterien: Sie wirken langfristig (20–50 Jahre), global und multidimensional. Sie verändern tiefgreifende Strukturen und Werte, statt nur an der Oberfläche zu kratzen.


Wie hilft Trendforschung bei der Positionierung?

Sie schafft die nötige Distanz zur Hektik tagesaktueller Feeds. Durch den Weitblick der Megatrends gewinnst du die Sicherheit, das Wesentliche vom Flüchtigen zu unterscheiden und einen stabilen roten Faden für dein Business zu spinnen.


Warum ist Beständigkeit ein Wettbewerbsvorteil?

In einem volatilen Umfeld wirkt Beständigkeit als Vertrauensanker. Autorität wächst durch inhaltliche Substanz und die konsequente Arbeit an Kernbotschaften – das macht dich für Kunden zum unverrückbaren Fixpunkt.

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