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Kerstin Boll

quiVendo Berater-Marketing

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Schluss mit Maschinen-Prosa

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Warum lautes Lesen dein bester KI-Filter ist.


TL;DR


  • Das Problem: KI-Texte sind fachlich korrekt, klingen aber oft hölzern und unpersönlich.

  • Die Lösung: Lautes Vorlesen entlarvt „Stolperstellen“ und künstliche Phrasen sofort.

  • Der Workflow: Die KI per Sprachbefehl als Lektor einsetzen, um Stolperstellen im Dialog zu glätten.

  • Das Ziel: Texte, die fachliche Substanz mit deiner individuellen Persönlichkeit vereinen.






Warum lautes Lesen dein bester KI-Filter ist


Wenn Kunden dich beauftragen, kaufen sie nicht nur Fachwissen – sie kaufen dich. Sie wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, ob die Chemie stimmt und ob deine Art zu denken zu ihnen passt. Deine persönliche Stimme ist dein digitaler Händedruck.


Doch wer KI nutzt, um das Schreiben zu beschleunigen, erlebt oft eine Enttäuschung: Die Fakten stimmen, aber der Text liest sich wie eine Gebrauchsanweisung für einen Toaster. Er ist hölzern, distanziert und schlichtweg nicht „du“. Bevor du dich nun in komplizierten „Voice Prompts“ verlierst, hilft ein uralter Texter-Trick: Das laute Vorlesen.



Warum dein Ohr mehr hört, als dein Auge sieht


Sicher prüfst du deine KI-Entwürfe, bevor du sie veröffentlichst. Doch beim reinen Lesen am Bildschirm betrügt uns unser Gehirn: Es ist darauf trainiert, Unebenheiten und kleine Fehler automatisch zu glätten, damit wir den Sinn schneller erfassen. Wir überfliegen den Text, statt ihn zu fühlen.


Texte laut zu sprechen, schafft eine völlig andere Qualität. Es ist ein Sicherheitsfilter für deine echte Stimme. Achte beim Lesen auf folgende Warnsignale:


  • Rhythmus-Check: Wo stockst du beim Sprechen, weil die Formulierung zu sperrig ist?

  • Komplexitäts-Falle: Welche Sätze wirken aufgebläht und zwingen dich zur Atemnot?

  • Authentizitäts-Test: Klingt das nach „Maschinen-Prosa“, die du so niemals einem echten Menschen gegenüber sagen würdest?



Was du nicht sprechen kannst, gehört nicht zu dir.


Die KI als dein persönlicher Lektor


Die gefundenen Holperstellen brauchst du nicht mühsam alleine glätten. Nutze die KI als Sparringspartner im Dialog. Anstatt stundenlang an Sätzen zu feilen, kannst du die Sprachfunktion der KI-App nutzen, um den Text im Gespräch zu veredeln.


Probiere diesen Prompt aus:


„Nimm die Rolle eines erfahrenen Lektors ein. Ich möchte, dass mein Entwurf nach mir klingt. Ich übergebe dir gleich den Text. Warte zunächst ab und tue nichts. Danach lese ich ihn laut vor. Hilf mir, überall dort neue Formulierungen zu finden, wo ich beim Sprechen stolpere oder die Sprache zu steif wirkt.“


Während des Vorlesens gibst du zusätzlich direktes Feedback: „Das ist mir zu steif“, „Hast du ein anderes Wort für X?“ oder „Das habe ich anders gemeint, schreib es direkter.“ So verschmilzt deine spontane, mündliche Ausdrucksweise mit den Vorschlägen der KI.



Ein praktischer Tipp für den Workflow


Die Smartphone-Apps vieler KI-Tools reagieren oft sehr nervös und unterbrechen dich schon nach einer kurzen Atempause. Für einen flüssigen Korrekturdurchgang empfiehlt sich oft die Kombination aus einem Mikrofon und der Desktop-App. So behältst du die Kontrolle über das Tempo.



Das Ergebnis: Frische statt Phrasen


Vielen Menschen fällt es schwer, Texte beim Tippen „leichtfüßig“ zu gestalten. Wir fallen beim Schreiben oft automatisch in ein förmliches Muster zurück, das uns steif wirken lässt.


Das laute Lesen rettet den Schwung deiner natürlichen Sprache in das digitale Dokument. Es schützt dich vor austauschbaren Phrasen und sorgt dafür, dass deine fachliche Substanz erhalten bleibt. Am Ende steht ein Text, der ganz eindeutig nach dir klingt.


Welchen Satz in deinem letzten Entwurf hättest du niemals laut ausgesprochen? Schnapp dir dein aktuelles Dokument und lies den ersten Absatz laut vor – wo stockst du?




FAQ-Sektion


Warum klingen KI-Texte oft so unnatürlich? KI-Modelle sind auf Wahrscheinlichkeiten trainiert. Sie wählen oft die „sicherste“, aber damit auch langweiligste Formulierung. Das führt zu einem glatten, aber charakterlosen Schreibstil, dem Ecken und Kanten fehlen.


Wie finde ich meine eigene 'Voice' für KI-Prompts? Analysiere Texte von dir, auf die du stolz bist. Achte auf Satzlänge, Wortwahl und wie du den Leser ansprichst. Der einfachere und flexiblere Weg bleibt jedoch das oben beschriebene iterative Feedback durch lautes Vorlesen.

Reicht es nicht, den Text im Kopf „laut“ zu lesen? Leider nein. Unser Gehirn überspringt innerlich Stolpersteine. Erst die physische Anstrengung des Sprechens und das bewusste Atmen entlarven zu lange Sätze und unnatürliche Wortfolgen.

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