WIE SPRICHST DU ÜBER TRENDTHEMEN?
Groß reden verliert. Genau sein gewinnt.
Präzise zu sein, wirkt stärker als noch mehr zu versprechen. Das unterstützt auch die Forschung.
Deine Entscheider:innen überzeugst du, wenn du genau sagst, was dein ERP heute leistet: für wen und unter welchen Voraussetzungen. Das gilt für jedes Trendthema, auch für KI. Drei Signale in diesem Monat zeigen, warum.
QUIVENDO BRIEFING
10 / 2026
Ein Signal für deine Sichtbarkeit – mit Einordnung, Werkzeugen und einem Prompt zum Mitnehmen.
Signal C
Was Entscheider:innen an Fachinhalten schätzen
Edelman und LinkedIn haben 2024 weltweit 3.500 B2B-Entscheider:innen gefragt, was hochwertige Fachinhalte ausmacht. Die drei meistgenannten Merkmale:
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belastbare Forschung und Daten (55 Prozent)
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Inhalte, die helfen, die eigenen geschäftlichen Herausforderungen und Chancen besser zu verstehen (44 Prozent)
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konkrete Handlungshinweise und Fallbeispiele (43 Prozent)
Die Studie unterscheidet weder nach Branchen noch nach Unternehmensgröße. Die drei Merkmale lassen sich aber gut auf B2B-Fachinhalte im ERP-Umfeld übertragen.
Signal B
Überhöhte Versprechen – Enttäuschung – Misstrauen
Die Marketingforscherinnen Ozturkcan und Bozdağ beschreiben zwei Phänomene, die sich gegenseitig antreiben:
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KI-Washing: Fähigkeiten werden übertrieben dargestellt, etwa wenn regelbasierte Funktionen als autonom oder lernfähig verkauft werden.
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KI-Booing: öffentliche Kritik, wenn Erwartungen enttäuscht werden, ethische Probleme auftauchen oder Transparenz fehlt.
Daraus entsteht ein Kreislauf: Überzogene Versprechen ziehen Kritik nach sich. Unternehmen antworten darauf mit neuen, noch größeren Zusicherungen. Und das Misstrauen wächst weiter, bei Verbraucher:innen ebenso wie bei anderen Stakeholdern.
Signal A
Wie autonom ist „autonom“ wirklich?
SAP hat am 6. Oktober 2026 auf der SAP Connect in Las Vegas das „autonome Unternehmen“ vorgestellt. Unter dieser Überschrift stehen sehr unterschiedliche Entwicklungsstände:
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Vision: das autonome Unternehmen als Gesamtbild.
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Pilot: Novartis erprobt einen Joule Sourcing Assistant, den das Unternehmen gemeinsam mit SAP entwickelt hat.
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Erste Verfügbarkeit: Joule Work, die neue KI-Benutzeroberfläche, geht an erste Kunden. Vieles andere folgt erst Ende 2026 oder im Early-Adopter-Programm ab 2027.
Die KI-Assistenten arbeiten dabei innerhalb bestehender Workflows, Daten, Berechtigungen und Prüfpfade. Wie viel Autonomie sie bekommen, steuern die Kunden selbst. Vision, Pilot und verfügbare Leistung stehen also nebeneinander. Wer liest, muss sie selbst auseinanderhalten.
Signal des Monats
Vom großen Versprechen zur glaubwürdigen Aussage
Drei Signale zeigen, wo KI-Kommunikation Vertrauen kostet und womit sie es gewinnt.
WAS BEDEUTET DAS FÜR DICH
Gib deinen Kunden etwas zum Abgleichen
Begriffe wie „KI-gestützt“, „datengesteuert“ oder „zukunftssicher“ sagen deinen Kunden noch nicht, welchen Nutzen sie davon haben. Das Zutrauen steigt, wenn du deine Lösung in eine konkrete Anwendungssituation einordnest: Welches Problem löst die Technologie, für wen und unter welchen Voraussetzungen? Und was davon ist heute schon verfügbar?
Das gilt für KI wie für jedes nächste Trendthema. So können deine Kunden deine Lösung mit ihren eigenen Erfahrungen abgleichen und selbst einschätzen.
Und noch etwas passiert: Deine Texte arbeiten für Marketing und Vertrieb gleichermaßen. Der Vertrieb muss im Gespräch nichts zurücknehmen, was das Marketing versprochen hat.
PROMPT - ALS TXT DATEI
Macht dein Text aus einem Trend eine relevante Aussage, oder wiederholt er eine bekannte Trendformel?
Der Prompt prüft deine Formulierungen. Er ersetzt keine Prüfung von Produktfunktionen oder Quellen.
Kopiere ihn in einen Chat, schick ihn ab und füge dann deinen Entwurf ein. Hast du Belege wie Produktinformationen oder Kundenergebnisse, gib sie gleich mit.
Werkzeug 01
Eine eigene Frage an den Trend stellen
Journalistische Fragen helfen dir, einen eigenen Zugang zu finden. Zu jedem Ansatz findest du eine Leitfrage und ein Beispiel für KI im ERP-Umfeld:
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Einordnung: Was steckt hinter dem Begriff? Zum Beispiel: Was unterscheidet einen Vorschlag, eine vorbereitete Handlung und eine automatisch ausgeführte Handlung?
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Analyse: Was verändert sich in einem konkreten Prozess? Zum Beispiel: Welche Arbeitsschritte ändern sich in der Beschaffung? Und welche bleiben bestehen?
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Hintergrund: Welche Voraussetzung wird leicht übersehen? Zum Beispiel: Welche Datenqualität und Berechtigungen braucht die Anwendung?
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Pro und Contra: Wann ist der Einsatz sinnvoll, wann nicht? Zum Beispiel: Wo spart Automatisierung Arbeit, wo erzeugt sie zusätzlichen Prüfaufwand?
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Interview: Welche Erfahrung hat eine beteiligte Person? Zum Beispiel: Was hat ein Kunde in einem Pilot gelernt?
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Fallbeispiel: Was funktioniert bereits? Zum Beispiel: Welche konkrete Aufgabe wurde erprobt, mit welchem dokumentierten Ergebnis?
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Mythos und Realität: Was verspricht der Begriff, was passiert tatsächlich? Zum Beispiel: „Autonom“ heißt nicht automatisch, dass jede Handlung ohne Freigabe erfolgt.
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Kontroverse These: Welche Annahme lohnt sich zu hinterfragen? Zum Beispiel: Vielleicht liegt der Engpass in der unklaren Ausnahmebehandlung. Dann hilft auch ein weiterer Agent wenig.
Umsetzung
Wähle einen Ansatz und eine Frage. Interview und Fallbeispiel setzen echte, freigegebene Informationen voraus. Die kontroverse These steht und fällt mit ihrer Begründung.
Werkzeug 02
Radikal konkret werden
Übersetze den Trend in einen Geschäftsprozess, eine nachvollziehbare Handlung und klar benannte Grenzen.
Statt: „KI macht ERP intelligenter.“
Präziser: „Das System markiert Abweichungen zwischen einer Lieferantenrechnung und den hinterlegten Bestellpreisen. Der Einkauf prüft den Hinweis, bevor eine weitere Handlung erfolgt.“
Ob dahinter KI steckt oder eine feste Regel, gehört übrigens auch in den Text.
Die Fragen für deinen Entwurf:
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Welcher Geschäftsprozess steht im Mittelpunkt?
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Wer hat die Aufgabe, in welcher Rolle?
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Welches Problem tritt auf?
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Welche Funktion übernimmt das System?
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Was verändert sich dadurch für die beteiligte Person?
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Welche Daten oder Voraussetzungen sind nötig?
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Wo entscheidet weiterhin ein Mensch?
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Was kann die Lösung ausdrücklich noch nicht?
Tipp
Verwende am besten Zahlen oder Kundenergebnisse, allerdings nur, wenn sie belegt sind. Ohne gemessene Zeitersparnis ist „Der Einkauf erhält einen Prüfhinweis“ die ehrlichere Aussage als ein behaupteter Effizienzgewinn.
WAS KANNST DU TUN?
Vom Trendthema zur konkreten Aussage
Erst findest du deinen Zugang, dann machst du ihn konkret. Zwei Werkzeuge helfen dir dabei; der Prompt am Ende prüft das Ergebnis.
Was du einmal sorgfältig aufgesetzt hast, kannst du wiederverwenden, auch mit KI.
Schwache KI-Ergebnisse entstehen nach meiner Erfahrung dann, wenn die KI die gedankliche Arbeit übernimmt. Hast du aber eine sorgfältig aufbereitete Basis, übersetzt KI sie mit wenig Nacharbeit in andere Formate: einen LinkedIn-Post, einen Blog-Artikel, einen Newsletter.
Mit den quiVendo-Briefings mache ich es genau so. Du als Abonnentin bekommst das Briefing zuerst, meist mit einem Prompt oder einem anderen Extra. Der Blog-Artikel folgt einige Wochen später, inhaltlich etwas abgespeckt. Mit einem gut eingestellten KI-System ist er in weniger als einer Stunde online.
Bis zum nächsten Briefing
Kerstin
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