100 Prozent Offenheit?! – Transparenz in den Social Media

21. Juli 2010 – 07:00

“Unternehmen, die in den Social Media erfolgreich sein wollen, müssen transparent handeln und kommunizieren!” – Aus jedem Social-Media-Tipp-Geber, Vortrag oder Buch schallt es uns entgegen: Ohne Transparenz geht gar nichts!

Als Beispiele werden meist Dell, Daimler und andere große Markenartikler herangezogen. Eine für mich wichtige Frage bleibt allerdings offen: Was bedeutet Transparenz für Einzel- und Kleinunternehmer?

Die Bloggerin Beth Harte schreibt von einem persönlichen Erlebnis. Zwei Wochen lang war sie offline – ganz ungewöhnlich für sie. Als sie wieder zurück war, entschuldigte sie sich mit dem Hinweis auf eine Familienangelegenheit. Tatsächlich hatte es einen Trauerfall gegeben. Prompt gingen zahlreiche Beileidsbekundungen von Unbekannten bei ihr ein.

Will man das?

Sie will es offensichtlich nicht. Im folgenden diskutiert sie deshalb die Begriffe “transparency” im Gegensatz zu “translucent”. “Transparenz” steht für uneingeschränkte Klarheit und persönliche Offenheit. “Translucent” bedeutet: Professionelle Kommunikation. Aber das Privatleben bleibt unter Verschluss.

Wie sieht es bei Ihnen aus: Haben Sie schon ein Kommunikationsprofil für sich entwickelt? Anhand folgender Punkte können Sie Ihr Profil schärfen:

So geht’s

  • Ziele und Werte:
    Persönlich halte ich es mit der “translucency”. Es muss nicht jeder wissen, wenn ich morgens mit dem linken Fuss aufstehe. Aber es ist richtig, wenn Kunden wissen, welche Ziele ich mit meiner Arbeit verfolge und was meine Werte sind.
  • Stärken, Kompetenzen, Können:
    Was sind Themen, mit denen Sie sich profilieren können? Wie finden Sie Ihre Stärken heraus? Eine kompakte Einführung in das Personal Branding gibt Svea Kuschel in Coaching heute 7/2010.
  • Aufrichtige Kommunikation:
    Wenn Sie einen Artikel aufsetzen, seien Sie aufrichtig und schreiben Sie nach Ihrem bestem Wissen. Kennzeichnen Sie deutlich, was Sie zitieren. Vermeiden Sie hintergründige Ziele (“hidden agenda”), so die Empfehlung von Wayne Sutton.

So geht’s gar nicht

  • Schreiben Sie sich nicht selbst positive Kommentare zu Ihren Trainings: Mit Fake-Kommentaren und falschen Identitäten können Sie sich wirklich Ärger einhandeln. Die Gefahr, dass solche Täuschungen auffliegen ist sehr, sehr groß und der Schaden wäre immens.


Problematisch

  • Gängige Praxis, aber für meinen Geschmack unglücklich, sind Gefälligkeits-Kommentare bei Amazon. Wenn ein Titel ganze drei Kommentatoren gefunden hat und alle drei übertreffen sich gegenseitig vor Begeisterung – welchen Wert haben die Kommentare dann?
  • Auch nicht schön: Referenzen, die Sie Ihren Kunden vor-formulieren. Die klingen einfach nicht echt.

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