“Fangen Sie Ihre Social Media Aktivitäten niemals ohne Strategie an!” Die Empfehlungen der PR- und Marketing-Kollegen lassen kein Missverständnis zu: Ohne Strategie kein Erfolg. Wie ernst es den Kollegen ist, zeigen die Google-Suchtreffer: 30 Millionen gibt es zu dem Begriff “Social Media Strategie”.
Ich habe mir eine ganze Reihe Artikel angesehen und immer wiederkehrende Empfehlungen gefunden, darunter: Setzen Sie sich “SMART”e Ziele. Binden Sie Ihre Ziele in Ihre übergreifende Unternehmensstrategie ein. Legen Sie eine Zielgruppe fest. Hören Sie, was Ihre Zielgruppe spricht und wo sie spricht. Finden Sie Meinungsmacher und Multiplikatoren. Stellen Sie ausreichend Ressourcen bereit. Seien Sie bereit zu lernen.
Dann brechen die Empfehlungen ab. Meine Frage ist nun: Wie wird aus der Fülle der Informationen eine Strategie? Und wozu ist sie eigentlich gut?
Stellen Sie sich vor, Sie betreiben ein Management-Institut. Ihr wichtigstes Anliegen ist es, bei Managern bekannter zu werden. Deshalb haben Sie sich überlegt: Sie schreiben Blog-Artikel zu möglichst heiß diskutierten, aktuellen Management-nahen Themen. Ihre Erwartung ist nämlich, dass viele Manager ohnehin nach diesen Themen suchen und so auf Ihr Blog aufmerksam werden.
Pro Woche haben Sie fünf Stunden Zeit und Sie wollen zwei Artikel schreiben. Vier Themen liegen auf Ihrem Schreibtisch. Für welche beiden entscheiden Sie sich?
- Der langjährige Kollege wurde in den Kreis der Partner aufgenommen.
- Führungsfallen in Situationen mit vielen Entscheidern – am Beispiel des Falls Duisburg.
- “Führen. Leisten. Leben.” Eine Rezension des Spiegel-Bestsellers 2009 von Fredmund Malik.
- Ölpest im Golf von Mexiko: Entscheidungen unter Hochdruck
Sie sehen schon: Eine Strategie bringt Ordnung in den turbulenten Alltag. Sie hilft dabei, mit den verabredeten Ressourcen zum angestrebten Ziel zu kommen.
PR-Größe Jürg W. Leipziger beschreibt den Begriff Strategie als eine “generelle Handlungsanweisung”, die sich in der gegebenen Wirklichkeit entfalten soll.
Was sind vorherrschende Meinungen? Wie regieren Sie darauf?
Deshalb ist es wichtig, herauszufinden, welche Stimmungsbilder, Vorurteile und Meinungen in Ihrer Zielgruppe (besser: Dialoggruppe) vorherrschen. Unterstützen diese Stimmungen Ihre Ziele oder nicht? Wie wollen Sie reagieren? Wenn Ihnen der Wind ins Gesicht bläst, können Sie einen Kontrapunkt setzen und sich als Querdenker profilieren. Sie können den Blick auf einen bisher unbeachteten Aspekt Ihres Themas lenken. Oder Sie können Aufklären. Oder, oder, oder …
Die richtige Strategie hängt von der jeweiligen Situation und den Zielen ab. Und sie ist niemals für die Ewigkeit gemacht.
Eine toll strukturierte Social Media Strategie-Empfehlung hat Wilfried Schock geschrieben: Social Media Strategie – Bestandteile und Prozesse. Die Analyse von Stimmungsbildern beschreibt Leipziger in “Konzepte entwickeln“. Dazu habe ich bisher noch keine Alternative gefunden.
Also, ich finde das Thema ja mächtig spannend. Allerdings hat meine Google-Recherche ergeben, dass der Kreis der Interessenten eher klein ist. Wie schade!